„Statt die Türkei in ihrem Anliegen eines atomwaffenfreien Nahen und Mittleren Osten zu unterstützen, will die Bundeskanzlerin die Türkei nur für ein härteres Vorgehen gegen den Iran gewinnen.
Der Bundesregierung geht es allein um eine Türkei als großen Absatzmarkt für deutsche Produkte. Und das ist vor allem bei Rüstungsgütern der Fall. Die Türkei ist mit 15 Prozent bereits jetzt schon Hauptabnehmer deutscher Rüstungsprodukte. Das soll offenbar noch gesteigert werden. Dafür spricht insbesondere die Tatsache, dass auch Vertreter der deutschen Rüstungsindustrie die Kanzlerin auf ihrer Reise begleiten.
DIE LINKE fordert eine Entmilitarisierung der deutschen Außenpolitik. Die Bundeskanzlerin demonstriert auch bei ihrem Türkei-Besuch, dass sie sich außenpolitisch stärker an der Konfrontations- und Interventionspolitik der USA und der NATO orientiert, als an der Aufgabe, kooperative Antworten auf globale Probleme zu finden. Vor diesem Hintergrund ist es bezeichnend, dass im Programm der Kanzlerin keinerlei Gespräche mit Menschenrechtsorganisationen oder Gewerkschaften geplant sind."