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Auf Initiative unserer Bundestagsabgeordneten Sevim Dagdelen aus Bochum und Herbert Schui findet am Samstag, den 01.03.2008 in Bochum eine Konferenz im Rahmen von "Fraktion vor Ort" zum Thema NOKIA statt.
Die Konferenz mit dem Titel "Nokia ist überall! - Was tun?" findet von 16 - 20.30 Uhr im IG Metall Haus an der Alleestr. 80 statt.
Das Nokia-Werk in Bochum soll geschlossen werden. Über 4300 Beschäftige sind betroffen, darunter viele Leiharbeiter/innen. Die Entscheidung für die Standortverlagerung nach Rumänien begründete das Nokia-Mangagement mit einer Steigerung der Rendite von 17 auf 21%. Die Beschäftigten bei Nokia-Bochum hatten allein 2007 einen Gewinn von 134 Mio. Euro erwirtschaftet. Dazu kommt, dass über 80 Mio. an Subventionen von der öffentlichen Hand vergeben wurden. Aufgrund nicht eingehaltener Zusagen bei der Schaffung von Arbeitsplätzen kommt jetzt eine Rückforderung von 41 Mio. Euro durch die Landesregierung Nordrhein-Westfalen auf Nokia zu.
NOKIA ist kein Einzelfall
Um eine hohe Rendite weiter erhöhen zu können, greifen Unternehmen zum Mittel der Standortverlagerung und Massenentlassung. In der Automobilbranche wird für die Zukunft eine weitere Verschärfung dieser Praxis befürchtet. Angesichts dieser Misere versagt die öffentliche Hand. Um Massenentlassungen zu verhindern, gibt es zurzeit kein gesetzliches Mittel. Europäische Regelungen sind zu schwach und nicht sanktionsbewehrt. Beschäftigte und Gewerkschaften werden europaweit gegeneinander ausgespielt. Das im Grundgesetz verankerte Sozialstaatsgebot und die Sozialbindung des Eigentums verkommen so zur Leerformel. Wir diskutieren, inwiefern der Fall Nokia exemplarisch für den Kapitalismus in Deutschland ist und was dagegen getan werden kann und muss. Welche Möglichkeiten haben hierbei Betriebsräte, Gewerkschaften, Wissenschaft, Politik und Kirchen, um solche Unternehmenspraktiken zu unterbinden?