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TV-Tipp: Sevim Dagdelen bei Report Mainz

31. Januar 2017 @ 22:4523:15

Erstes TV-Interview mit ehemaligen türkischen NATO-Offizieren in Deutschland

Ramstein: Türkische Medien attackieren asylsuchende NATO-Soldaten als Terroristen

Im Interview mit dem ARD-Politikmagazin REPORT MAINZ und dem Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL sprechen zwei ehemalige türkische NATO-Offiziere erstmals über ihre Situation.

Sie betonen, mit dem Putschversuch in der Türkei nichts zu tun zu haben. „Glauben Sie mir, ich habe keine Sympathien für die Putschisten. Diese Leute müssen bestraft werden. Sie haben auch unser Leben zerstört.“

Die beiden NATO-Soldaten waren bereits seit längerem in Deutschland stationiert. Einer von ihnen erzählt: „Als der Putsch passiert ist, habe ich mit meiner Familie zu Hause gesessen und fern gesehen.“ Mehrere Wochen nach dem Putschversuch wurden die Elitesoldaten aus dem Dienst entlassen. Gründe wurden nicht genannt, erzählen sie. Einer der beiden sagt: „Ich habe mich immer wieder gefragt, warum gerade ich. Wenn man schaut, wer alles entlassen wurde, dann wird deutlich, dass uns alle eines verbindet: Wir sind erfolgreich, westlich orientiert, säkular, und wir glauben an die Demokratie.“

Eine Rückkehr in die Türkei schließen die beiden Männer derzeit aus. Im Interview erzählt einer: „Wenn ich in die Türkei zurück gehe, riskiere ich, verhaftet und womöglich gefoltert zu werden.“

Aber auch in Deutschland haben sie Angst um sich und ihre Familien. Hintergrund sind reißerische Medienberichte in der Türkei, in denen asylsuchende ehemalige türkische NATO-Soldaten als Terroristen bezeichnet werden. REPORT MAINZ und dem Nachrichtemagazin DER SPIEGEL liegt ein Mitschnitt der Fernsehsehsendung „Yaz Boz“ des türkischen Nachrichtenkanals „A Haber“ vor. Darin werden NATO-Mitarbeiter, die in der Region Ramstein arbeiten und leben, beschuldigt, Anhänger des türkischen Predigers Fethullah Gülen und Terroristen zu sein. Vom dortigen Militärflughafen aus hätten sie im vergangenen Sommer versucht, den Putsch gegen Präsident Erdogan zu planen und zu steuern. Ein Reporter des türkischen Senders behauptet, dass in der Gemeinde Mackenbach Terroristen der Gülenbewegung in großen Villen auf Kosten der NATO leben würden.

Die Bundestagsabgeordnete Sevim Dagdelen (Die Linke) erklärt nach Sichtung des Videos: „Hier wird ein ganzes Dorf und hier werden die einzelnen Wohnungen und Wohnhäuser zu einer Zielscheibe gemacht. Das ist lebensgefährlich. Ich finde das völlig inakzeptabel, und natürlich muss auch die Bundeskanzlerin bei ihrem anstehenden Besuch in der Türkei gegenüber Erdogan klare Kante zeigen.“

Ralf Hechler, Bürgermeister von Ramstein erklärt: „Man bringt uns hier in Misskredit in einer Art und Weise, das ist schon fatal.“

Stephan Mayer (CSU), innenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, spricht sich für ein generelles Bleiberecht für die türkischen ehemaligen NATO-Soldaten aus. Im Interview mit REPORT MAINZ und DER SPIEGEL sagt er: „Ich bin persönlich der Auffassung, dass es sich um eine besonders sensible Personengruppe handelt und deshalb würde ich es auch sehr begrüßen, wenn man diese auch einheitlich behandeln würde und sie insgesamt nicht in die Türkei zurück schicken würde. Das wäre aus meiner Sicht nicht verantwortbar.“

Stand: 28.1.2017, 6.00 Uhr

Quelle: Report Mainz

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Datum:
31. Januar 2017
Zeit:
22:45–23:15
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