Erdogan-Kritiker in Erstaufnahme ausspioniert?

 

Pässe und Aufenthaltstitel von zwei Flüchtlingen, die den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan kritisch gegenüberstehen, sind in der Erstaufnahmeeinrichtung in Boostedt (Kreis Segeberg) fotografiert und anschließend in sozialen Netzwerken verbreitet worden. Die Staatsanwaltschaft Kiel bestätigte Ermittlungen gegen zwei Mitarbeiter der Einrichtung für Flüchtlinge.

Mehrere Vorwürfe

Ihnen und weiteren Beteiligten wird außerdem vorgeworfen, den stellvertretenden Vorsitzenden einer Moschee in Neumünster bedroht und beleidigt zu haben, weil er die Erdogan-kritische Flüchtlinge in seiner Gemeinde beten ließ. Es werde unter anderem wegen Bedrohung, Beleidigung und der Verletzung von Privatgeheimnissen ermittelt, so der zuständige Kieler Staatsanwalt Henning Hadeler.

Schreiben sorgt für Aufsehen

Nach Informationen des Schleswig-Holstein Magazins soll es auch in anderen Moscheen in Schleswig-Holstein Konflikte zwischen Erdogan-Anhängern und -Kritikern geben. Auslöser könnte ein Schreiben des türkischen Präsidiums für Religionsangelegenheiten sein, das bereits Ende Dezember für Aufsehen sorgte. Darin wird darum gebeten, Informationen über Erdogan-Kritiker an die türkische Regierung zu senden.

Das schleswig-holsteinische Innenministerium will sich zu den Ermittlungen nicht äußern und verweist auf die Bundesanwaltschaft, die sich wegen des laufenden Verfahrens aber ebenfalls nicht äußern will.

Quelle: NDR (Vollständiger Beitrag)

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