Verstärkung radikal-islamischer Strömungen in den Ländern Westafrikas und der Sahelzone auf Bestreben Saudi-Arabiens

Inwieweit hat die Bundesregierung Kenntnisse (auch nachrichtendienstliche), dass Saudi-Arabien auch in westafrikanischen Staaten und in der Sahelzone versucht, die bisher dort vorherrschende gemäßigte Spielart des Islam durch eine radikalere Variante der eigenen wahhabitischen Prägung, auf die sich islamistische Fundamentalistengruppen wie Gruppen wie Al-Shabaab, al-Qaida im Maghreb oder Boko Haram beziehen, zu ersetzen, so dass der vermehrte Einfluss Saudi- Arabiens eine Gefahr für seine freie Religionsausübung ist, und inwieweit hat die Bundesregierung Kenntnisse (auch nachrichtendienstliche), dass Imame aus Saudi-Arabien in diesen Ländern einen fundamentalistischen Islam predigen, der nach Presseberichten den Nährboden für islamistisches Gedankengut wie beim Aufstand in Mali im Jahr 2012 bereitet (www.dw.com/de/afrikas-islam-spielball-der-saudis/a-41263558)?

Antwort des Staatssekretärs Walter J. Lindner vom 3. Januar 2018

Die Bundesregierung hat keine eigenen Erkenntnisse, dass sich die genannten Gruppen Al-Shabaab, al-Qaida im Maghreb und Boko Haram auf den von der Regierung Saudi-Arabiens vertretenen Islam wahhabitischer Prägung beziehen.

Der saudi-arabische Kronprinz Mohammad bin Salman tritt – auch öffentlich – für einen verstärkten Kampf seines Landes gegen den Dschihadismus sowie eine Rückkehr Saudi-Arabiens zu einem moderateren und toleranteren Islam ein. Zu den von Kronprinz Mohammad bin Salman angestoßenen Reformen mit dem Ziel einer Modernisierung Saudi-Arabiens gehört auch der Umbau der in Mekka beheimateten Muslim World League als wichtigste und finanzstärkste islamische Missionierungs- und Wohlfahrtsorganisation. Sie verfügt über ein weltweites Netzwerk, auch in Afrika. Zu den Aufgaben der Muslim World League gehört auch die Überwachung der Imame aus Saudi-Arabien und anderen Ländern, die in ihrem Auftrag unter anderem in den westafrikanischen Staaten und in der Sahelzone tätig sind.

Zu der Frage, ob Predigten von Imamen aus Saudi-Arabien ursächlich sind für Aufstände wie in Mali im Jahr 2012 liegen der Bundesregierung keine eigenen Erkenntnisse vor.

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